Standplatz, Speicher, Kurzfahrtenregelung: Was am Flughafen München gilt, wenn man dort nicht als Fahrgast steht, sondern arbeitet.
Taxis stehen am Flughafen München nicht einfach irgendwo. Es gibt die Standplätze direkt an den Terminals – dort, wo der Fahrgast einsteigt – und dahinter die Speicherflächen, auf denen die Fahrzeuge warten, bis sie nachrücken können.
Die Reihenfolge ist bindend: Auf Standplätzen und Speicherflächen ist stets aufzurücken, sobald der Verkehrsfluss Platz dafür bietet. Wer die Lücke stehen lässt, hält die ganze Schlange auf.
Für den Aufenthalt gilt zusätzlich die Flughafenbenutzungsordnung – die Hausordnung der Flughafen München GmbH. Sie hängt am Flughafen aus und kann am Taxi Service Point eingesehen werden.
Die Nutzungsordnung für die Taxistandplätze und Taxispeicher am Flughafen macht dazu klare Vorgaben:
Das klingt nach Selbstverständlichkeiten, ist aber die Grundlage, auf die sich Beanstandungen am Standplatz stützen.
Der Flughafen betreibt mehrere Service Points. Nach seinen eigenen Angaben liegen sie auf Ebene 00 in den Modulen B, C und D des Terminals 1 sowie an der Vorfahrt Nord am Terminal 2. Sie sind die Anlaufstelle vor Ort – auch für die Einsicht in die Hausordnung.
Das größte Ärgernis am Flughafen ist die Kurzfahrt: Man wartet womöglich eine Stunde in der Schlange und fährt dann jemanden für ein paar Euro ins nächste Hotel. Dafür gibt es einen Ausgleich – das Kurzfahrtengebiet. Wer eine Fahrt innerhalb dieses Gebiets erledigt, darf sich anschließend wieder vorne einreihen, statt sich hinten neu anzustellen.
Wie das geprüft wird, hat sich geändert. Früher war die Regelung zeitlich definiert: Wer innerhalb von rund 20 Minuten zurück war, durfte wieder vorne anreihen. Seit Februar 2022 läuft es geografisch – per GPS-Abfrage über die Fahrer-App. Es zählt also nicht mehr, wie schnell du zurück bist, sondern wo die Fahrt geendet hat.
Weil die geografische Definition anfangs zu großzügig gefasst war, qualifizierten sich deutlich mehr Fahrten als Kurzfahrt als beabsichtigt. Das Landratsamt Erding hat das Gebiet daraufhin verkleinert. Die Änderung wurde im Amtsblatt veröffentlicht und gilt seit dem 25. Mai 2022:
| Richtung | vorher | nachher |
|---|---|---|
| Nordost – Südwest | 36,3 km | 25,6 km |
| Nordwest – Südost | 32,7 km | 20,7 km |
Praktisch heißt das: Fahrten, die früher noch als Kurzfahrt galten, tun es heute nicht mehr. Im Zweifel entscheidet die App, nicht das Gefühl.
Bitte prüfen: Diese Zahlen geben den Stand der Verkleinerung von 2022 wieder. Regelungen dieser Art werden angepasst – verlass dich für eine konkrete Fahrt nicht auf diese Seite, sondern auf die aktuelle Auskunft deiner Zentrale und die Anzeige in deiner Fahrer-App.
Ob sich das Anstellen überhaupt lohnt, hängt daran, was in der nächsten Stunde landet. Die Fluganzeige zeigt dir die Ankünfte des Tages ab der aktuellen Uhrzeit – inklusive Terminal, damit du weißt, an welchem Modul die Leute herauskommen. Der Status „Gepäck" ist dabei das ehrlichste Signal: Ab da dauert es nur noch wenige Minuten, bis die ersten durch die Tür kommen.
Und ein S-Bahn-Ausfall auf der S1 oder S8 ist die beste Nachricht des Tages: Dann brauchen auf einmal sehr viele Menschen eine andere Möglichkeit in die Stadt. Die Fluganzeige blendet solche Störungen oben als Banner ein.
Quellen: IsarFunk zur Verkleinerung des Kurzfahrtengebiets, Nutzungsordnung für die Taxistandplätze und Taxispeicher am Flughafen Franz-Josef-Strauß, Flughafen München zum Taxi Service Point. Alle Angaben ohne Gewähr. MUC Airport Info ist ein privates, unabhängiges Angebot und weder eine Website der Flughafen München GmbH noch einer Taxizentrale.